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Wien fördert Projekt Poin mit €20.000 – Baustart!

Großartige Neuigkeiten: Wir werden den Bau aller Gebäude der ersten Bauphase von Projekt Poin nicht erst in einem Jahr, sondern sofort in Auftrag geben. Grund dafür ist die Zusage der Stadt Wien, das Projekt mit €20.000 zu unterstützen!

Wir hatten uns im April bei einem Call der Stadt beworben – ein Nebenprodukt dieses Antrags war übrigens der Artikel „So wirkt das Projekt Poin„.

Dieser Tage ergeht der Auftrag an die ausgewählte Baufirma, der Vertrag ist bereits ausgehandelt, der Bauplatz bestimmt (nachdem er auf der Suche nach Wasser verlegt werden musste), der Brunnen bereits in Betrieb, ein staatlich registrierter Rechnungsprüfer nominiert und Kontrollaufgaben mit dem lokalen Partnerverein Kassan vereinbart.

Bleibt die größte Aufgabe: Der Bau des Kleinspitals und zweier Personalunterkünfte. (Details hier.) Der Bau soll vor Oktober abgeschlossen sein, dann beginnt die Ausstattung und Inbetriebnahme durch die Gesundheitsbehörden.

Inzwischen heißt es: Bau mit bei der zweiten Bauphase! Das ist die Geburtenstation und die Unterkunft der Hebamme. Sobald wir die noch fehlenden €25.000 beisammen haben, wird auch hier gebaut.

PS: Jetzt gibt’s Laafi bald 20 Jahre und noch nie haben wir Geld von der öffentlichen Hand bekommen. Bis jetzt. 🙂

eBay unterstützt das Projekt Poin!

Wir freuen uns sehr über die Zusage von $5.000 für den Bau der Personalunterkünfte des Kleinspitals in Poin durch das deutsche GIVE Team der eBay-Foundation, das Freiwilligen-Programm von Mitarbeitern von eBay. Damit kommen wir unserem Finanzierungsziel wieder einen deutlichen Schritt näher und halten schon bei 53,5% der Summe, die wir für die erste Bauphase brauchen. Der Brunnenbau wurde ja bereits begonnen, wenn alles glatt geht, können wir dieses Jahr bereits einen Großteil der Krankenstation bauen.

Ãœber die eBay Foundation: Die eBay Foundation wurde 1998 von eBay geschaffen und hat seitdem mehr als $21 Millionen an NGOs weltweit gespendet.

PS: Hier noch ein aktuelles Foto von vorvorigem Wochenende aus Poin, das einen Dorfbewohner bei der Anlieferung von Bausand zeigt (als Teil der Ko-Finanzierung der Dorfgemeinschaften):

Wie nachhaltig ist das Projekt Poin?

Wenn wir um Spenden oder Mitarbeit werben, leiden wir ein bisschen unter den Standards, die in der „Entwicklungshilfe“ von diversen Organisation gesetzt werden: Zum Einen tränengefüllte, ausgemergelte Kinderaugen, die auf Postwurfsendungen um Spenden betteln, zum anderen Projekte, die durch Missmanagement oder falsch verstandenes Mitgefühl Projekte in den Sand setzen und damit Geschenkmentalität (dort) und berechtigtes Misstrauen (hier) erzeugen.

Darum ist Skepsis angebracht, und auch wir sollten immer wieder gefragt werden, wir wir’s mit Nachhaltigkeit, sozialer Verträglichkeit oder lokaler Wertschöpfung halten. Robert Lender hat uns anlässlich des Projekts Poin eine solche Frage gestellt. Er hat in Kenia ein von einer österreichischen Organisation finanziertes Krankenhaus besucht, war erschüttert und fragt uns jetzt zu Recht danach, wie nachhaltig das Projekt Poin ist:

Die Ärzte sind lieber bei Privatpatienten, die Waschmaschinen sind kaputt und auch die restlichen sanitären Zustände sind nach einigen Jahr so etwas – ich muss es sagen – zum „Kotzen“, dass ich wirklich erschüttert inmitten des Spitals stand.

Vielleicht magst du noch ein wenig darstellen, wie die Organisation des Spitals weiter abgesichert bleibt. Ich weiß, kein Projekt ist hunderprozentig sicher – und wenn sich die Lage, die politischen Verhältnisse, etc. ändern ist sowieso alles anders. Mich würde einfach interessieren, wie es mal prinzipiell gedacht ist – und vielleicht ist das für den einen oder die andere auch ein Hinweis auf die „Nachhaltigkeit“ des Projekts.

Unsere Prämisse in Projekten wie Poin ist, dass das Projekt ohne uns und nach uns funktioniert. Aus dem Grund lassen wir die Finger von privatmedizinischen Projekten, wie sie viele zb. kirchliche Einrichtungen machen (und die auch gewisse Vorteile bieten). Das Kleinspital Poin ist ein CSPS (Centre de Santé et de Promotion Sociale), eine vom Gesundheitsministerium vorgegebene Struktur. Seit 1999 existiert eine Genehmigung für den Standort Poin. Das bedeutet gleichzeitig, dass der Staat medizinisches Sanitätspersonal und eine Hebamme beistellt, sobald die Struktur steht. Die Tarife für Behandlungen und Medikamente sind staatlich vorgeben (z.B. ca. €0,15 für eine Behandlung), ebenso die Einkaufspreise für Medikamente. Das Hilfspersonal (zwei angelernte Helfer, ein Apotheker, ein Nachtwächter) und sonstige Kosten werden aus den resultierenden Einnahmen bezahlt. Für den Betrieb der Struktur ist ein von der Bevölkerung gewähltes „Comité de Gestion“ verantwortlich, das dem Staat und uns Rechenschaft ablegt. Dieses Setup ist ein Modell der WHO („Bamako Initiative„) und in ganz Afrika im Einsatz.

Wir arbeiten beispielsweise seit etwa 12 Jahren im Dorf Sane mit dem dortigen Kleinspital zusammen (wir haben dort unter anderem den Brunnen, zwei Personalwohnhäuser und die Solaranlage finanziert). Bis auf ein Mal, wo der Apotheker Geld aus der Kassa stahl und die Apotheke in der Folge mangels Kapital leer war (siehe „Laafi macht Fehler“ – Punkt 3), haben wir uns aus den laufenden Kosten rausgehalten und uns auf Investitionen konzentriert, die die Frequenz und Qualität der Struktur erhöht haben. Der Betrieb des Spitals war von diesem einen Mal abgesehen nie von uns abhängig.

Durch unser Ko-Finanzierungsmodell (zwischen 10% und 25% des Projektvolumens kommt in Form von Sachleistungen von der Bevölkerung) verstärken wir lediglich die Umsetzungskraft der lokalen Projektpartner, damit ist die gefühlte „Ownership“ in lokaler Hand. Außerdem verbieten wir uns eigene Umsetzungskonzepte, um europäische Lösungen für afrikanische Probleme zu vermeiden. Alle unsere Projekte sind auf lokalübliche Art umgesetzt und in lokale (und staatliche) Strukturen eingebunden. Das trifft auf sehr viele privatmedizinische Projekte im Sahel (die dafür mit gratis Gesundheitsversorgung werben können) nicht zu. Sie sind immer von Geldgebern abhängig.

Natürlich kommt es immer wieder zu Problemen. Wenn der Staat beispielsweise komplett unwilliges Personal schickt (kommt vor), unfähige Leute ins Comité de Gestion gewählt werden oder sonstige Probleme auftauchen, kann das Vertrauen der Bevölkerung in das Spital leiden und die Frequenz sinken. Auch wenn wir den Standort in erster Linie nach seinen funktionierenden Organisationsstrukturen und dem Verein „Kassan“ als Projekt-Peer (mit dem wir viel gute Erfahrung haben) ausgesucht haben, ist es leider äußerst unwahrscheinlich, dass solche Probleme in Poin in den nächsten 20 Jahren ausbleiben.

Wir besuchen unsere Projektstandorte mehrmals pro Jahr (in der Bauphase natürlich noch öfter), oft unangemeldet, und kontrollieren die Bücher, Kassenstände und Behandlungsstatistiken und reden mit Patienten. Bewegliche Teile wie die Solaranlage verbleiben in unserem Eigentum und können als letzte Konsequenz abgezogen werden. Das wissen die Projektpartner, und wir haben das auch schon gemacht. Gleichzeitig wissen die Projektpartner, dass sie ihre auch vertraglich fixierten Pflichten erbringen müssen, wenn wir uns weiter engagieren sollen. Auf diese Art ist es uns bis jetzt immer gelungen, problematische Projekte wieder zurück auf Schiene zu bringen. Das erfordert viel Zeit und Hartnäckigkeit, und oft auch Härte, aber das ist unser Arbeitsstil.

Lieber Robert, ich hoffe, diese Antwort überzeugt dich, dass wir uns über das Thema Nachhaltigkeit Gedanken gemacht haben!

Projektbudget 2012 steht

Das Budget des Vorjahres haben wir fast auf Punkt und Beistrich eingehalten, jetzt steht das Budget für 2012. Es ist das mit Abstand ambitionierteste unserer Vereinsgeschichte, da wir vorhaben, im Dorf Poin eine Krankenstation komplett neu zu bauen. Allerdings sind wesentliche Punkte des Budgets „Ansparung“, das heißt, wir werden nicht alle dieses Jahr ausfinanzieren können. (Wir probieren es dennoch!)

Aktuelle Fotos aus Sané

Denis hat aktuelle Fotos der eben fertiggestellten Personalunterkunft der Krankenstation Sané geschickt – siehe dieses Facebook-Album. Das Wohnhaus ist Voraussetzung für die Beistellung eines zweiten staatlichen Stationsarztes und hat €8.900 gekostet, wovon Laafi €7.000 und die Dorfgemeinschaft €1.900 (in Form von Arbeitsleistung und Material) getragen hat.

Die besondere Trockenheit auf den Fotos liegt übrigens daran, dass die Trockenzeit nun schon sehr lange dauert. Der erste Regen sollte in einem Monat kommen.

Das 3. Personalhaus in Sané ist fertig!

Update: Das Gebäude ist jetzt verputzt und ganz fertig, siehe Fotos auf Facebook!

Aus Burkina erreicht uns eben eine erfreuliche Nachricht: Das dritte Wohnhaus für medizinisches Personal im Projektdorf Sané ist fertig und zur Zufriedenheit abgenommen! Wir haben die Baukosten in der Höhe von €8.900 zu 79% finanziert (planungsgemäß), der Rest wurde von den umliegenden Dorfgemeinschaften aufgebracht.

Nun wird der Staat zusätzlich zum Stationsarzt und der Krankenschwester einen weiteren Stationsarzt schicken, das Gebäude ist dafür definierte Voraussetzung. Der zweite Stationsarzt ist besonders wichtig, da die Krankenstation Sané während Hausbesuchen und Impfkampagnen in den Dörfern bislang immer unbesetzt war. Wenn Kranke viele Kilometer Fuß- oder Radweg auf sich nehmen und dann die Krankenstation verschlossen vorfinden, ist das ein häufiges Problem, das mit dem zweiten Arzt gelöst wird. Wir erwarten durch eine Frequenzsteigerung eine wesentliche Verbesserung der Gesundheitsversorgung der 13.000 Menschen im Einzugsgebiet.

Oben: Hier werden die Ziegel betoniert. Im Hintergrund:

  • Die Geburtenstation (rechts)
  • Die Krankenstation und die Apotheke (Mitte)
  • Der von uns finanzierte Pumpbrunnen (Mitte, kaum zu sehen)
  • Das von uns finanzierte Wohnhaus der Hebamme (links)
  • Das Wohnhaus des Stationsarztes (links außerhalb des Bildes)

Oben: Die Fundamente werden gelegt.

Oben: Letzte Arbeiten.

Fertig!

Nach dem Hebammen-Haus in Sané (2001) und Personalhäusern der Krankenstationen Tiessourou (2009) und Beun (2010) ist das nun das vierte von Laafi finanzierte Haus dieser Art. Die dadurch erzielbaren Frequenzsteigerungen der Krankenstationen machen solche Projekte besonders effektiv, auf das eingesetzte Geld und die Nutzungsdauer gerechnet.

Hier noch Kostenvoranschlag..

und Bauplan:

Jetzt hoffen wir, dass der Sanitätsdistrikt seine Zusage einhält und bald einen zweiten Stationsarzt schickt!

Sinnvoll Schenken 2010

Die Laafi-Weihnachtsaktion Sinnvoll Schenken geht in die zweite Runde.

Auch heuer kann man über ebay wieder symbolische Geschenke und den Laafi-Fotokalender erwerben. Bei Erwerb eines unserer vielen symbolischen Weihnachtsgeschenke erhalten Sie ein hochwertiges Zertifikat in schwerem Einband, das dann an die Beschenkten weiter gegeben werden kann.

Alle Informationen und einen Überblick über die Angebote bei Sinnvoll Schenken 2010 finden Sie hier.

Frohe Weihnachten und schöne Feiertage!