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Home » Burkina Faso » Glossar
Glossar Gesundheitssystem in BF
» Bamako Initiative
» Beschneidung von Frauen
» CM - Centre Médical
» CSPS - Centre de Santé et de Promotion Sociale
» Dispensaire - Kleinspital
» HIV - Durchseuchung
» Infektionskrankheiten
» Maternité - Geburtenstation
» PSP - Poste de Santé Primaire
» Überbevölkerung
Bamako Initiative
Bamako, die Hauptstadt des westafrikanishen Staates Mali war 1988 Tagungsort einer WHO Konferenz. Dort wurden Auswege aus der drohenden Finanzkrise öffentlicher Gesundheitseinrichtungen in Ländern Afrikas gesucht. Ergebnis war die sogenannte Bamako Initiative, ein Programm das auf die verstärkte Einbindung der Bevölkerung in die Erhaltung von Gesundheitseinrichtungen abzielt.
In Burkina Faso wurde eine Umsetzung der Bamako Initiative 1994 durch die Bildung von sogenannten comités de gestion oder Leitungskomitees für ländliche Gesundheitseinrichtungen - CSPS oder CM - begonnen. Die Komitees werden aus der Dorfgemeinschaft gewählt und fixieren unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten Preise für essentielle Medikamente und überwachen das effiziente Wirtschaften des lokalen Medikamentendepots. So wird Mitverantwortlichkeit und Kontrolle durch die Bevölkerung erreicht.
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Beschneidung von Frauen
Weibliche Beschneidung oder Exzision ist ein am gesamten Kontinent immer noch weit verbreiteter Brauch und wird besonders in Westafrika nach wie vor praktiziert. Nach einer Studie der UNO sind geschätzte 72% der Frauen Burkina Fasos beschnitten worden. Bei heranwachsenden Mädchen wird dabei, oft unter sehr schlechten hygienischen Bedingungen etwa unter Verwendung von Glasscherben, die Klitoris und manchmal auch die inneren Schamlippen entfernt. Die daraus entstehenden Wunden verheilen in der Regel schlecht und sind eine lebenslange Quelle für Infektionen.
Es herrscht nach wie vor der Glaube, dass unbeschnittene Frauen keinen Mann finden werden - was dazu führt dass Mütter ihre Töchter, oft gewaltsam, zur Beschneidung zwingen. Bei Männern ist ein Problembewusstsein nur sehr schwach entwickelt, genaue Kenntnis der Operation und deren Folgen besteht fast nicht.
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CM - Centre Médical
Centres Médical sind Spitäler in grösseren Orten, mit einem Einzugskreis von etwa 20-30.000 Einwohnern. Die meisten Centres bestehen wie die darunter liegende Ebene der CSPS aus einem Kleinspital (Dispensaire) und einer Geburtenstation (Maternité), allerdings in grösserer Auslegung. Zusätzlich haben CM in der Regel eine sog. Antenne Chirurgicale, also einen kleinen Operationsaal.
Da meistens in Distriktzentren gelegen, haben viele CM Stromversorgung und häufig ein Rettungsfahrzeug, um Schwerverletzte zu transportieren.
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CSPS - Centre de Santé et de Promotion Sociale
Buschspitäler oder CSPS bestehen in der Regel aus einer allgemeinmedizinischen Einheit (Dispensaire) und einer Geburtenstation (Maternité). Professionelles Personal wird vom Staat ausgebildet und bezahlt und besteht aus einem Barfussarzt/Sanitäter, einer Hebamme, einem Apotheker und drei bis fünf Helfern.
Die Einheit der Einrichtungen ist wichtig, da eine Subvention des Dispensaire durch die Leistungen der Geburtenstation stattfindet. Deshalb gibt es wenige alleinstehende Dispensaires, die allein kaum nachhaltig wirtschaften können. Diese Einrichtungen stellen meist die beste medizinische Versorgung dar, die in ländlichen Gebieten Burkina Fasos verfügbar ist. Ein CSPS versorgt eine Bevölkerung von 8-15.000 Einwohnern. In einem Regierungsprogramm ist der Zugang jedes Burkinabé zu einem CSPS im Umkreis von 10,5km als Ziel festgelegt. Dies ist derzeit in 18 von 30 Provinzen Burkina Fasos realisiert.
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Dispensaire - Kleinspital
Dispensaires sind die allgemeinmedizinischen Einheiten eines CSPS, der mittleren Ebene der ländlichen Gesundheitsversorgung in Burkina Faso. Ein Dispensaire wird von einem Sanitäter oder Barfussarzt geleitet, der gleichzeitig die Gesamtverantwortung für das CSPS hat.
Ausser dem Sanitäter sind noch zwei bis drei Helfer angestellt sowie ein Apotheker, der Medikamente und Verbrauchsmaterial zu regulierten Preisen an die Patienten verkauft. Im Dispensaire werden fast alle Krankheiten behandelt, nur schwere Fälle werden an die nächste Ebene verwiesen. Im letzten verfügbaren Erhebungsjahr 1995 gab es insgesamt 760 Dispensaires in Burkina Faso, davon 132 alleinstehende.
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HIV - Durchseuchung
Untersuchungen der HIV-Durchseuchung Burkina Fasos variieren zwischen 5% und 30%, je nach untersuchter Bevölkerungsgruppe. UNAIDS, das AIDS Programm der Vereinten Nationen kommt für 1999 in einer vorsichtigen Schätzung auf eine Durchseuchung von 6,4% bis 7,2% der erwachsenen Bevölkerung - der dritthöchste Wert in Westafrika. Wie hoch die reale Rate heute auch ist, fest steht dass HIV/AIDS seit Beginn der Neunziger Jahre ein immer dringenderes Problem darstellt. Zwar ist Burkina Faso (noch) von der katastrophalen Situation wie in Botswana, Uganda oder Südafrika entfernt, aber es fehlen auch koordinierte Aufklärungskampagnen und Sensibilisierungsmassnahmen. Experten gehen davon aus, dass die Neuinfektionsrate ihren Höchstpunkt noch nicht erreicht hat.
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Infektionskrankheiten
Im Gegensatz zu Europa und Nordamerika sind in Afrika Infektionskrankheiten die häufigste Todesursache. Neben den bekannten Krankheiten wie Cholera, Gelbfieber, Malaria und Typhus kommen in Afrika eine Vielzahl von obskureren Infektionen vor, aber auch solche, die in Europa seit Jahrzehnten ausgerottet sind -etwa Diphterie, Kinderlähmung und Lepra.
Eine Kombination von vielen einzelnen, oft banalen Infektionen mit einem schlechten Ernährungszustand ist allerdings das häufigste Problem und meistens fatal. Seit etwa einem Jahrzehnt wird HIV/AIDS ein zunehmend dringenderes Problem.
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Maternité - Geburtenstation
Maternités sind die Geburtenstationen, die gemeinsam mit den Dispensaires ein CSPS oder ländliches Gesundheitszentrum bilden. Die Maternité wird von einer ausgebildeten Hebamme geleitet. Neben Entbindungen und den entsprechenden Vor- und Nachuntersuchungen werden regelmässig Sensibiliserungs- und Bildungsmassnahmen zu Themen wie HIV-Vorbeugung und Familienplanung veranstaltet. Gemeinsam mit dem Sanitäter des Dispensaire werden Impfkampagnen an Kindern und Erwachsenen durchgeführt. Im letzten verfügbaren Erhebungsjahr 1995 gab es insgesamt 644 Maternités in Burkina Faso, davon 16 alleinstehende.
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PSP - Poste de Santé Primaire
PSPs oder Sanitätsposten sind die unterste Ebene der öffentlichen Gesundheitsversorgung. Ausgehend von einem Regierungsprogramm, '10.000 villages, 10.000 PSP' wurde in den Achtziger Jahren in Burkina Faso versucht jedes Dorf mit einem PSP auszustatten. Von 1984 bis 1987 wurden insgesamt 6.495 dieser Sanitätsposten realisiert, nur noch einzelne sind davon in Betrieb. Das Modell der freiwilligen Helfer war auf Dauer nicht tragbar, die Einrichtungen krankten zudem an mangelnden Materialien und fehlenden Medikamenten. Im Zuge der Modernisierung des Landes haben sich nur die staatlich unterstützten Strukturen der CSPS durchgesetzt. Die Versorgung der ländlichen Bevölkerung hat darunter gelitten - ein CSPS hat einen durchschnittlichen Einzugskreis von 10,5km. Die Errichtung eines CSPS für jeden Burkinabé in diesem Umkreis ist derzeit in nur 18 der 30 Provinzen Burkina Fasos erreicht.
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Überbevölkerung
Die Bevölkerungsdichte Burkina Fasos beträgt laut UNFPA im Schnitt 38 Einwohner pro qkm -etwa 20% unter dem Vergleichswert für Österreich. Der Durchschnittswert verdeckt allerdings eine massive Ungleichverteilung der Bevölkerung, die von 11 Einwohnern pro qkm im Osten bis zu 122 im Zentrum des Landes reicht.
Die Bevölkerung von derzeit etwa 12Mio. Einwohnern wächst jährlich um etwa 2,7. Dies bedeutet eine Verdoppelung bis 2030 - ein Effekt der HIV/AIDS Pandemie ist dabei nicht berücksichtigt. Jede Frau in Burkina Faso bekommt im Schnitt 6,8 Kinder. Dieser Wert steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der hohen Säuglingssterblichkeit von 105/1000.
All diese Faktoren deuten darauf hin dass sich die derzeitige Situation in absehbarer Zeit verschärfen wird. Hinzu kommt eine verstärkte Migration in die Zentren, was weiteren Bevölkerungsdruck auf der einen, und von Jungen, Aktiven entvölkerte Dörfer auf der anderen Seite bedeutet.
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