
|

Home » Burkina Faso
Das Gesundheitssystem Burkinas
Gesundheitsversorgung in Burkina Faso ist hierarchisch, in mehreren Stufen, strukturiert. Unter Basisversorgung (Primary Health Care, PHC) werden nur die ersten beiden Ebenen verstanden:
Poste de Santé Primaire (PSP - Sanitätsposten)
Centre de Santé et de Promotion Sociale (CSPS - Kleinspital und Geburtenstation)
Centre Médical (CM)
Centre Médical avec Antenne Chirurgicale (CMA)
Centre Hospitalier Regional (CHR)
Centre Hospitalier National (CHN)
Die unterste Ebene der PSP versorgt eine kleine Gemeinde mit den nötigsten Behandlungen, insbesondere Wundversorgung und Infektionskrankheiten. Im CSPS werden schwerere Fälle und v.a. Geburten, teilweise auch stationär, betreut. Ein Centre Médical versorgt bereits eine Kleinstadt, verfügt über einen Arzt und mitunter einen Operationssaal (Antenne Chirurgicale).
Centres Hospitalier sind nur in grossen Städten zu finden und volle Spitäler. Patienten werden je nach Schwere der Krankheit an die jeweils höhere Institiution weitergeleitet - soweit die Theorie. In der Realität, d.h. besonders am Land, sieht dies natürlich anders aus: In den wenigsten Gemeinden kann ein PSP existieren da die Versorgung mit Medikamenten nicht sichergestellt ist und sich selten ein freiwilliger Helfer findet, der die Behandlungen unentgeltlich vornimmt. Die nächste medizinische Einrichtung ist oft mehr als eine Tagesreise entfernt und die Behandlung durch die Transportkosten unerschwinglich.
Auch Dispensaires (d.h. die allgemeinmedizinischen Einheiten eines CSPS) kämpfen mit diesem Problem. Während das Personal für Dispensaire und Maternité vom Staat ausgebildet und bezahlt wird, mangelt es an grundlegender Ausstattung und Verbrauchsmaterial. In den seltensten Fällen gibt es eine Apotheke, und elementare Medikamente fehlen.
Im Jahre 1987 fand in Bamako, der Hauptstadt Malis, eine Konferenz der WHO statt. Dort wurde das Problem der Unfinanzierbarkeit von Gesundheitseinrichtungen in Entwicklungsländern aus öffentlichen Mitteln diskutiert. Die sogenannte Bamako Initiative geht auf diese Konferenz zurück. Sie besteht aus dem Beschluss, Gesundheitseinrichtungen mittels eines Kofinanzierungsmodelles zu revitalisieren. Dieses beruht auf Eigenverantwortlichkeit der Patienten, sei es über einfache Versicherungssysteme oder direkt, wie in Sané und Nabakoutou.
Die Erfahrungen mit derartigen Modellen sind sehr unterschiedlich, aber grundsätzlich besteht Einigkeit, dass die Wahl nicht zwischen teurer und Gratisversorgung besteht, sondern vielmehr zwischen kostenpflichtiger Behandlung oder gar keiner.
|
|

|
|